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(Harry Potter) Stella Canis - Mordicus - beißend, m. den Zähnen

Titel: Stella Canis


Thema: Harry Potter


2. Kapitel: Mordicus - beißend, m. den Zähnen

Das Licht von Mr. Weasleys Zauberstab viel auf das Gesicht des Fremden. Man konnte es auch von weitem erkennen. Die Wangenknochen standen hervor und das Gesicht wirkte eingefallen, das konnte seine markanten Züge jedoch nicht verbergen.
Über das linke Augenlied bis hin zu Backe zog sich ein dünner Kratzer. Die Augen des Mannes waren geschlossen. Aber Harry wusste welche Farbe sie hatten: ein tiefes Blau, dem nichts sein Funkeln stehlen konnte.
Harry spürte wie Ron den Atem anhielt. Hermine auf seiner anderen Seite stieß einen spitzen Schrei aus: „Sirius!“ Harry schüttelte den Kopf.
Molly stürmte auf den Mann zu während Arthur seinen Zauberstab wie versteinert auf das Gesicht des Bewusstlosen gerichtet hielt.
Sollte dies eine Falle sein, war sie gelungen, denn keiner war noch fähig auf einen Angriff reagieren zu können.

Molly wuselte um Sirius leblosen Körper herum, fühlte seinen Puls und wedelte hektisch mit den Armen herum. Auch Ginny und Hermine waren inzwischen bei ihm und Knieten neben ihm in der Matsche. Die anderen hatten sich auch langsam aus ihrer Erstarrung gelöst und näherten sich ungläubig dem Szenario.
Nur Harry stand abseits und zitterte. Immer noch schüttelte er hilflos den Kopf. Das konnte nicht wahr sein. Im ersten Moment wollte er losstürzen einen Fluch auf den am Boden liegenden Mann hetzten und die anderen von ihm fortreißen um sie zu retten. Doch dann sackte er verzweifelt auf die Knie. Das nasse Gras unter sich drückte er platt und unter seinen mit Regen benetzten Brillengläsern verschwamm sein Blick. Sein schwarzes Haar klebte an seinen Wangen und unablässig liefen Tropfen an den Strähnen hinab.
Zu den kalten Regentropfen mischten sich heiße, salzige Tränen und Harry blickte hinauf zu den Sternen.
„Sirius? Wo bist du?“

„Los, los! Wir müssen ihn sofort ins Haus bringen, er ist durch seine Verletzungen völlig geschafft und wie mir scheint hat er seit Tagen nicht Gegessen. Mich würde es nicht wundern wenn ihm auch immer noch einige Flüche zusetzten und vor allem ist er völlig unerkühlt.“ Molly fuchtelte mit ihrem Zauberstab umher und Sirius Körper hob sich in die Luft. Seine leicht geöffneten Lippen waren ganz weiß und reflektierten das Licht des Zauberstabs gespenstig. Die anderen wichen zurück um Molly und dem vor ihr herschwebendem Sirius den Weg frei zu machen.

„Wo’s Harry?“ Das war Ron. Hermine neben ihm zuckte die Schultern. „Ich sehe mal nach ihm.“ Ron blieb stehen während die anderen Molly folgten. „Harry?“
Harry hörte ihn von weitem, aber er wollte ihn nicht hören.

Dieser Mann war nicht Sirius. Sirius war tot. In dem Moment wurde es ihm Bewusster als je zuvor. Er hätte die anderen warnen müssen, aber seine Trauer hatte ihn überwältigt. Jetzt kniete er hier im nassen Gras und verzweifelte über seine eigene Schwäche.
Alles um ihn herum drehte sich. Er hatte seinen Blick immer noch zum finsteren Nachthimmel gerichtet und fixierte einen Stern direkt über ihm. Der Regen fiel ihm ins Gesicht und spülte seine Tränen fort. Aber Harry spürte den Regen und die Kälte nicht, die ihn umgab.

„Harry?!“ Ron streifte durch das hohe Gras und suchte nach seinem besten Freund. „Lumos“ Das Licht tanzte durch den düsteren Garten hinweg über ein Bernnesselfeld, hinüber zu einem kleinen Gemüsegarten und an Sträuchern vorbei. Ron beschleunigte seine Schritte.
Da saß Harry.
Mitten im Gras an der Stelle wo sie vor einigen Minuten noch gestanden hatten um mögliche Angriffe abzuwehren.
Als Ron näher kam, sah er das Harry zitterte. „Oh Man, Alter. Was’n los mit dir. Komm schon, du holst dir noch den Tod.“ Ron trat neben ihn. Aber Harry reagierte nicht. „Harry? Alles klar bei dir?“ Da bemerkte er, dass Harry weinte. Er saß einfach nur da, zitternd, starrte in den Himmel und weinte.
„Was machst du denn, Harry? Komm rein. Sirius... Du musst dich doch am meisten von uns allen freuen.“
Ron war reichlich verunsichert. Harry hatte immer noch keinerlei Regung gezeigt. Er packte seinen Freund an der Schulter. „Na komm schon.“ Am Arm zog er ihn aus dem nassen Gras nach oben und Harry fügte sich. Von Ron gestützt ließ er sich wie in Trance zurück in den Fuchsbau führen.

In der Küche saßen die Männer. Molly hatte sie mit den Worten sie bräuchte ihre Ruhe beim Heilen aus dem Wohnzimmer geschmissen, wo sie nun nur Hermine und Ginny als Assistentinnen zuließ.
Gerade als Ron Harry in die Küche führte riss Hermine die Tür auf um eine Schüssel Wasser zu holen. „Harry! Um Himmels willen, was ist denn mit dir los.“ Ächzend ließ Ron ihn auf einen Stuhl fallen. Die anderen sprangen auf um zu helfen. Harry brach wie ein Häufchen Elend zusammen, immer noch zitternd hang er von Ron am fallen gehindert auf dem Stuhl.
„Keine Ahnung was mit ihm los ist.“
Harry zitterte immer noch. „Muss wohl der Schock gewesen sein. Ich meine, ... er glaubte er hätte Sirius für immer verloren und plötzlich liegt er so mir nichts dir nichts vor seinen Füßen.“
„Hermine, wo bleibst du?!“ Hörte man Ginny aus dem Wohnzimmer schreien. Hermine blickte besorgt zu Harry hinab. „Nun beeil dich Hermine, wir kommen schon klar.“ Sie wand sich ab und füllte die Schüssel, die sich schon in den Händen hielt mit Wasser und stürzte zurück in das Wohnzimmer.

Dort hatte Molly Sirius auf das Sofa gebettet und seinen Umhang nach Oben geschoben um seine Wunde am Bein zu begutachten. Sein nasses Haar umspielte wirr seine markanten Gesichtszüge und die Narbe über seinem Auge ließ ihn noch verwegener aussehen. Er war bewusstlos.

"Das sieht mir nach einer Bissverletzung aus." Erschrocken blickten sie die beiden Mädchen an. „Ruhig beleiben. Ich bin kein Experte und die geringe Tiefe lässt eigentlich eher auf einen Fluch schließen.“ Sie richtete ihren Zauberstab auf die Wunde und murmelte einige unverständliche Formeln. Sie klangen sehr kompliziert und Hermine hätte sie sich gerne eingeprägt. (Sie musste Molly wenn Sirius über den Berg war unbedingt darum beten sie ein wenig zu unterrichten.) Die Wunde schrumpfte ein Stück zusammen und schloss sich an einigen Stellen.
Dann ließ Molly den Zauberstab wieder sinken. „Puh. Das wird nicht leicht. Ich brauche auf jeden Fall professionelle Hilfe. Könnt ihr den Herren neben an nicht vielleicht etwas Dampf unterm Hintern machen, die sollen sofort eine Eule zum Grimmauldplatz schicken.“
Hermine stockte. Harry. „Ich mache das schon.“ sagte sie. „Die sind im Moment mit Harry beschäftigt. Ich glaube die Sache hat ihn ziemlich geschockt.“ Molly seufzte mitfühlend. „Oh ja, das glaube ich. Sag ihnen sie sollen dem Jungen einen Beruhigungstee machen und ihn ins Bett schicken, Liebes.“ Hermine nickte und rannte zurück in die Küche. Ginny sah ihr besorgt nach. Am liebsten wäre sie ihr gefolgt um nach Harry zu sehen. Aber ihre Mutter brauchte sie hier wahrscheinlich mehr.

Harry war inzwischen wieder einigermaßen zu sich gekommen, zitterte aber immer noch. Hermine trat näher. „Harry?“ Er sah zu ihr auf. Sie lächelte. „Prima, es geht dir wieder besser.“ An Ron gewand sagte sie: „Deine Mum sagt ihr sollt ihm einen Beruhigungstee machen und ihn dann ins Bett schicken. Er braucht Schlaf.“ Ron nickte erleichtert. Die Situation schien alle etwas überfordert zu haben und der Ratschlag beruhigte sie.
„Er spricht immer noch nicht.“ Flüsterte Ron. „Dad hat ihm eine Ohrfeige verpasst, dadurch ist er wieder zu Sinnen gekommen. Aber er will einfach nichts sagen.“ „Ach das wird schon wieder.“ Sie sah Harry an und ging ein paar Schritte auf ihn zu. Er starrte Löcher in die Tischplatte. Hinter ihnen werkelte Ron am Herd herum. Die anderen saßen am Tisch Harry gegenüber und blickten hilflos umher.
„Harry kann ich mir Hedwig leihen?“ Harry blickte wieder auf und zeigte dann erst keine Reaktion mehr.
Hermine wollte die anderen schon besorgt um eine andere Eule bitten, doch da nickte Harry kaum merklich. „Danke.“ Hermine wuschelte ihm beruhigt durchs Haar. „Macht doch mal Feuer an hier, ihr seid ja auch alle noch ganz nass.“

Dann spurtete sie hoch in Rons Zimmer, wo sie nach Feder und Pergament kramte um eine Nachricht an den Orden zu schreiben.
Unter einem paar getragener Socken, die scheinbar von Ron waren fand sie eine zerknickte Feder und unter einem Stapel Bücher zog sie ein Stück Pergament hervor. Sie schüttelte seufzend den Kopf und setzte an zum Schreiben, nachdem sie die Feder in ein Gläschen mit Tinte, das gefährlich nah an der Kante des völlig zugemüllten Schreibtisches stand, getaucht hatte:

Brauchen möglichst schnell Hilfe im Fuchsbau, haben einen Verletzten. Molly sagt er schafft es. Aber sie braucht Unterstützung.
Hermine

Sie versuchte möglichst wenig für einen Fremden verständliche Informationen in den Brief zu packen, da man nie Wissen konnte wem dieser in die Hände geraten könnte. Und Sirius Black war nun mal ein recht umstrittener Zauberer und das nicht nur auf der Dunklen Seite.
Hermine öffnete Hedwigs Käfig und die Eule hüpfte ihr in freudiger Erwartung auf den Arm. „Na Hedwig?“ Sie schnatterte aufgeregt. “Bringst du den Brief für mich zu Lupin und den anderen zum Grimmauldplatz? Es geht um Sirius.“
Sie zwinkerte der Eule verschwörerisch zu und diese klackte zur Antwort mit dem Schnabel, nahm den Brief, breitete ihre Schwingen aus und schwebte durch das Fenster, das Hermine ihr öffnete.

Irgendwie fühlte Hermine sich wunderbar beschwingt seit Sirius (zwar mehr tot als lebendig) aufgetaucht war. Voldemort und all die dunklen Schatten, die sich seit seinem Tod über den Kampf zwischen Gut und Böse gelegt hatten, schienen ihr jetzt ein ganzes Stück weniger schwer. Ja, sie hatte wieder Hoffnung geschöpft.
Als sie die Treppe hinunterstieg hörte sie Harrys aufgeregte Stimme...

17.5.07 21:27
 


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