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(Harry Potter) Stella Canis - Salutaria – Heilmittel (2. Teil)

Titel: Stella Canis

Thema: Harry Potter

 

Lupin war bleich geworden, er kniete neben dem Sofa und hing mit der Nase fast in Sirius’ Wunde. Er murmelte Heilungszauber vor sich hin. Tonks beugte sich zu ihm hinunter. Nein, es waren Bannungszauber, die er da beschwor. Wollte er etwa jetzt noch versuchen den Werwolf aus Sirius zu bannen? Ja, Werwolf. Der Befund war zwar spontan, aber doch überaus sicher. Drei Magier hatten ihn getroffen und, das wusste Tonks, die Anzeichen waren so deutlich, wie sonst nur in einem Lehrbuch.

Damit hatten sich zwar ihre schlimmsten Befürchtungen bestätigt, aber was machte das schon? Sirius lebte. Nichts konnte dieser Tatsache auch nur einen Teil ihrer Erfreulichkeit nehmen.

 

Ginny kniete ebenfalls auf dem Boden, allerdings etwas abseits. Mit dem Zeigefinger fuhr sie das Muster im Teppich nach. Kleine, aneinadergewachsene Karos. Bordeauxrot.

Sie lauschte Lupins ruhiger, monotoner Stimme, Tonks, wie sie hektisch mit ihrem Umhang raschelte, und Sirius’ schwerem Atem. Ihre Mutter hatte sich erschöpft in einen Sessel sinken lassen und hielt die Augen geschlossen.

 

„Nein, es ist zu spät. Ich kann es nicht wieder rückgängig machen.“ Alle blickten sofort zu Lupin auf. Zerknirscht sah er sie an.

„Dann werde ich jetzt mit der Heilung beginnen... Tonks und Molly, ihr zwei könntet eine Heilsalbe herstellen. Das Rezept müsste in „Kräutertinkturen bei magischen Verletzungen“ stehen. Du weißt schon, das Buch, das Dumbledore euch letztes Weihnachten geschenkt hat.“ Die beiden nickten und verschwanden in der Küche.

„Soll ich gehen und den beiden helfen?“ fragte Ginny zaghaft nach. Lupin fuhr erschrocken zusammen und sah sie an.

„Entschuldige bitte Ginny. Mhm... nun ja. Ich denke hier kannst du nicht viel tun. Geh ruhig in die Küche zu den anderen.“ Sie stand auf und wollte gehen. „Und, Ginny?“ „Ja?“ „Schicke Tonks in einer halben Stunde zu mir, dann soll sie mich ablösen.“ Und ohne ein weiteres Wort wandte er sich wieder Sirius’ Bein zu.

 

Ginny öffnete die Tür zur Küche und fand sich im Chaos wieder. Ihre Mutter und Tonks wedelten mit ihren Zauberstäben durch die Gegend und aus allen Ecken kamen Dosen und Töpfe mit allen möglichen und unmöglichen Zutaten angeflogen und entleerten sich in jeweils bestimmten Mengen über einem Kessel, der mitten auf dem großen Küchentisch stand und unter dem ein Feuer prasselte. Die anderen saßen immer noch um den Tisch herum und wichen gelegentlich einer von Tonks gelenkten Dose aus. Im Kessel rührte ein großer Löffel im Uhrzeigersinn eine erstaunlich zähe Masse.

Gerade als Ginny sich an die hinterste Ecke des Tisches retten wollte, zerschellte vor ihr auf dem Boden ein bäuchiger Keramikbehälter und eine schwarze, schleimige Masse breitete sich auf den Fliesen aus. Ginny machte erschrocken einen Satz nach hinten und Tonks gab einen schrillen Laut von sich. „Herrje Ginny, tut mir leid. Ich war noch nie sonderlich gut, was Haushaltszauber betrifft.“ „Kein Problem.“ Ginny ließ sich auf einem Stuhl neben Hermine nieder.

Um die Wahrheit zu sagen, war Tonks in kaum einem Gebiet der Zauberei besser oder schlechter als bei Haushaltszaubereien, sie war einfach nur furchtbar ungeschickt und tollpatschig. Mit ihrem Können hatte dies aber nichts zu tun. Schließlich war sie eine anerkannte Aurorin und Mitglied im Orden, was ihr Können eindeutig belegte.

Und sie schaffte es mit Links sehr viel schwierigere Zauber auszuführen, wenn sie sich konzentrierte.

Tonks saugte das widerliche Zeug mit ihrem Zauberstab vom Boden und mit einem Schlenker ihrer Hand schoss sie einen Schuss davon in Richtung Kessel. Er klatschte gegen die Kesselwand und verschwand mit einem Gluckern in der unfertigen Tinktur. 

 

„Oh je, das Lunatuskraut ist leer.“ Ein von Molly losgeschickter Behälter drehte sich über dem Kessel immer wieder auf den Kopf, aber es fielen nur ein paar trockene, grüne Bröckchen in die brodelnde Masse.

„Moment, wir haben ja noch welches im Garten. Das Zeug sprießt ja wie Unkraut. Gut, dass ich noch keine Zeit gefunden habe es zu vernichten. Das hatte ich nämlich eigentlich vorgehabt. Als ob ich es geahnt hätte.“ Molly gluckste vergnügt und ihre Wangen glühten rot vor Geschäftigkeit. „Wir pflücken welches.“ Schlug Ron vor. „Is’ ja wahrscheinlich frisch sowieso viel wirksamer.“

„Nein Ron, das stimmt nicht ganz. Da alle anderen Zutaten aus den Vorräten deiner Mutter stammen und daher nicht frisch, sondern getrocknet sind, hat der frische Zustand einer Zutat keine stärkende Wirkung auf das Produkt.“ „Ach Hermine.“ Ron verdrehte die Augen.

„Ist ja auch egal.“ Harry schob seinen Stuhl beiseite und machte sich auf den Weg in den nassen und finsteren Garten. Eine Kabbelei zwischen Ron und Hermine war jetzt einfach nicht angebracht, hatte er entschieden. Schließlich ging es darum seinen Paten zu retten. Und das duldete keinen Aufschub.

 

„Und?“ Mittlerweile standen alle um das Sofa mit Sirius herum. Harry hielt seine Hand, während Tonks die letzten Rest der Tinktur aus dem Kessel kratzet und auf die Wunde auftrug.

Sie war schon um einiges geschrumpft und diese letzte Behandlung hatte zur Folge, dass sie sich vollends schloss. Großer Jubel brach unter den Umstehenden auf.

Harry drückte feste die Hand seines Paten. Jetzt konnte es nicht mehr lange dauern.

Die Licht flackerte und von draußen trieb der Wind immer noch die Regentropfen gegen die Fensterscheiben des Fuchsbaus. Harry, Ron und Hermine trieften. Ihre Umhänge und Haare waren durchnässt vom Lunantuskrautpflücken.

„Wann wird er wieder zu sich kommen?“ Harry sah fragend zu Tonks hinüber.

„Ich weiß es nicht. Wir müssen ihm auf jeden Fall genügend Zeit zum Ausruhen geben.“

„Also: alle raus hier!“ Das kam von Mrs. Weasley. Sie scheuchte die ganze Meute mit einem Wedeln ihrer Hände nach draußen.

 

Es war spät geworden. Arthur, Molly, die Zwillinge und Charly waren schon schlafen gegangen und nur noch das Trio saß zusammen mit Ginny und Lupin in der Küche und wartete. Tonks war damit beauftragt alles zu wecken, sobald Sirius sich regte.

Ron hatte den Kopf auf die arme gelegt und schnarchte leise.

Lupin saß schief auf seinem Stuhl und fingerte an seinen Nägeln herum.

Hermine und Ginny waren beide auf der Bank eingenickt und nur Harry saß noch hellwach und kerzengerade direkt an der Tür, jederzeit bereit aufzuspringen.

 

Die Tür flog auf. „Er ist wach, er ist wach!“ Tonks wuselte wieder zurück zum Sofa. Harry stand sofort neben ihr.

Sirius hatte sich leicht aufgerichtet und schlug die Augen auf. Genau in diesem Moment stolperte Tonks vor ihm über eine Teppichfalte, ruderte mit den Armen, fing sich gerade noch und ließ aber dabei das Glas Wasser für Sirius, das ihr Lupin kurz zuvor in die Hand gedrückt hatte, fallen. Es kam dumpf auf dem Teppich auf, kullerte 3 mal im Kreis herum und ergoss seinen Inhalt auf den Teppich. Damit färbte es die Karos noch einen Tick dunkler.

Sirius schloss schnell wieder die Augen und ließ sich mit einem Aufseufzen zurück in die Kissen sinken. „Hilfe.“

 

17.6.07 21:02
 


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